O-ringen als Vorbereitung für die WM

Foto: Petter Trens, BT

Foto: Petter Trens, BT

2015 fand O-ringen in meiner zweiten Heimat, in Borås statt. Das bedeutete im eigenen Bett aufzuwachen, viele Interviews zu geben und ein Katzensprung zu den Wettkämpfen.

Bis auf die Mitteldistanz bin ich mit allen Etappen zufrieden. Mein bestes Ergebnis erreichte ich beim Sprint mit meinem 18. Platz (+1:29), trotz zwei kleinen Fehlern im überraschend schwierigen Anfangsteil der Strecke. Der O-ringen Sprint ist ganz klar ein jährliches Highlight, denn nur selten (bzw. nie) hat man so viele Zuschauer wie an diesem Ereignis. Ich endete in der Gesamtwertung am 35. Platz. Hervorragend fand ich dieses Jahr vor allem die Bahnlegung. Sehr interessante Bahnen mit anspruchsvollen Routenwahlen in wunderschönen sumpfigen Wäldern. Ein O-ringen das sicher in Erinnerung bleiben wird und für mich ganz klar die beste Vorbereitung für das kommende Großereignis ist.

3. Etappe Sprint

3. Etappe Sprint

Am selben Breitengrad wie Borås, startet am Freitag die WM in Inverness (Schottland). Hier werde ich Österreich an folgenden Distanzen vertreten: Sprint Staffel(Sa, 1.8.), Sprint(So, 2.8.) Langdistanz( Fr, 7.8.)

Hier könnt ihr die WM live mitverfolgen

 

Borås Tidning

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Ulricehamns Tidning

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Look on the bright side of life and learn from the dark

Es war eine WM bei der ich mit einem geschwächten Selbstvertrauen an den Start ging. Der große Traum vielleicht unseren World Games Erfolg zu wiederholen konnte nicht erfüllt werden. Ich wurde nämlich nicht für das Mixed Team selektioniert und ich bekam das Gefühl nicht gut genug zu sein. Und so verfolgte mich dieses Gefühl über die ganze Woche und meine zwei WM Einsätze resultierten in eine Katastrophe. Ich schaffte es nicht ins Sprint Finale und war auf der Startstrecke bei der Staffel kraftlos. Ein Wahnsinn was in einem Kopf alles vorgehen kann.

Jetzt freue ich mich auf O-ringen und ich erwarte kein Top 5 Ergebnis, wie letztes Jahr in der höchsten Juniorenkategorie, aber mein Ziel ist es wieder konstant zu laufen.

Es gab Zeiten da war der OL Posten noch gleich groß wie ich. :-)

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20 Stunden durch ein Paradies – Gotland

Die letzte Woche verbrachte ich auf der schwedische Insel Gotland. Insgesamt 20 Stunden Training in atemberaubender Natur mit herrlichen Leuten.

Am Montag ging ich gleich am Strand laufen und betrachtete 20 km lang den Sonnenuntergang.

Den Dienstag starteten wir mit einer Skirollereinheit mitten durch die Regionshauptstadt Visby und bekamen viele Blicke von den Touristen und von den Einwohnern zugeworfen. Anscheinend sind Menschen auf Skirollern eine Seltenheit. Am Nachmittag stand noch Krafttraining am Program. Natürlich kann ich mir aber nicht OL auf Gotland entgehen lassen und ich nahm daher am Abend gleich am Klubtraining vom nahegelegensten Verein teil.

Selbsterkennung ist der erste Schritt zur Besserung. Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit meinem schwedischen Trainer und er meinte dass ich ein großes Selbstbewusstsein habe. Bisher hat mir das niemand gesagt und selbst hätte ich das auch nicht wirklich bemerkt. Bis jetzt. Beim Training angekommen wurde ich gleich gefragt wie gut ich im OL bin. Ich antwortete ohne wirklichen nachzudenken : „Ja ich bin schon gut.“ Daraufhin wurde ich mit 3 Burschen für OL Intervalle eingeteilt. Ein so genannter Tennis OL erwartete mich. Das heißt jagen und gejagt werden. Erst nach dem ersten kurzen Intervall bemerkte ich was eigentlich zuvor gesagt hatte. Diese Burschen waren nämlich die schnellsten Herren auf Gotland und diese Intervalle waren glaub ich die anstrengendsten seit langem, vor allem als dritte Trainingseinheit am Tag.

Mittwoch radelten wir zur Nordspitze Gotlands – Fårö und betrachteten nach einer 100km langen Radtour die schönen Raukar (Kalksteinsäulen).

Donnerstag wurde meine geplante kurze Laufrunde zu einer 3 stündigen Laufrunde da ich so neugierig war und am liebsten gleich die ganze Insel erobern wollte.

Abends nahm ich an einem OL Wettkampf in einem typisch gotländischen Gelände teil. Gotland ist bekannt dafür das es ein schwieriges OL Gebiet ist und das kann ich nur bestätigen. Das schwierige ist sich im detaillosen Gelände aufzufangen nachdem man sich von den vom Wacholderbüschen bedeckten Boden von der Kompassrichtung ableiten lässt.

Freitag setzte ich mich wieder vier Stunden auf das Fahrrad und fuhr durch die Pippi Langstrumpfwelt und schaute an der Villa Kunterbunt vorbei. Zum Abschluss am Samstag stand ich wieder auf de Skirollern bevor die Reise wieder nach Hause ging.

Jetzt gehts bald nach Italien zu den WM Testläufen…

Erschöpft

Nach meiner Rückkehr von der EM machte ich gleich die Ergometrie in Wien mit 5 % Steigung. Das Ergebnis war gut aber die Konsequenzen eher weniger. Gleich am Tag nach dem Steigungstest flog ich nach Schweden um an der Silva League Langdistanz und an Kolmardskavlen (Staffel) teilzunehmen.

Nach einem nicht zufriedenstellenden Silva League rennen wo meine Kräfte bei der Hälfte ausgingen, folgte die Staffel: Kolmardskavlen. Ich durfte die dritte Strecke laufen und ich muss ehrlich sagen, ich war froh diesmal nicht starten zu müssen. Dieser Lauf war nämlich eine Qual für mich. Ein wirklich unangenehmes Gefühl wenn der Körper einfach ‚Nein‘ sagt.

Eines habe ich daraus gelernt: Nach einem großen Ereignis werde ich nie wieder direkt darauf einen Steigungstest absolvieren und anschließend an Wettkämpfen teilnehmen.

Jetzt bin ich wieder in Mora, erhole mich und freue mich schon auf die 10Mila.

EM Staffel Startstrecke

Natürlich war ich nervös vor dem Start. Ich hatte meinen WM Staffellauf von 2013 im Hinterkopf, da die Staffelaufstellung komplett gleich war. Ich als Startläuferin sollte an Elisa übergeben und Ursi sollte die letzte Strecke übernehmen. Auch wenn die Erinnerungen an den WM Lauf nicht die besten sind, weiß ich dass mich genau dieser Lauf letztes Jahr mental einen großen Schritt weitergebracht hat und vermutlich auch ein Mitgrund für die World Games Medaille war.

Ich war vollkommen auf meine Aufgabe fokussiert.Trotzdem passierte mir ein kleiner Fehler kurz vor dem Durchlauf, wo leider ein paar Nationen an mir vorbei liefen. Nach dem Durchlauf verlor ich läuferisch noch ein bisschen Zeit auf die Spitze aber ich war zufrieden als 15. an Elisa zu übergeben. 1’30 hinter Dänemark. Ich wusste dass ich alles aus mich herausgeholt hatte was momentan möglich war. Die Staffel endete schlussendlich auf den 13 Platz in der Nationenwertung.

Hans Gemperle

Foto: Hans Gemperle

Jetzt muss ich nur noch versuchen meine Staffelleistungen auch bei den individuellen Läufen durchzusetzen um näher an die Weltspitze heranzukommen. Aber bis zur WM ist ja noch ein bisschen Zeit :-)